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KARATE-DO
Der Weg der leeren Hand
Karate-do, der "Weg der leeren Hand", ist die uralte japanische Kampfkunst der waffenlosen Selbstverteidigung, die sich jahrhundertelang überliefert, aber auch verändert und modernisiert hat.
Der körperliche Aspekt des Karate besteht im Aufbau und Erhalt von Schnellkraft, Ausdauer, Gelenkigkeit, Reaktionsfähigkeit und der allgemeinen Stärkung der Muskulatur. Ebenso werden die Körperbeherrschung und dadurch auch das Körpergefühl deutlich und schnell verbessert. Karate eignet sich wie kaum ein anderer Sport dazu, den gesamten Körper zu stärken. Als Sport ist Karate für jeden attraktiv, der einen körperlichen Ausgleich zum Alltag sucht, seine allgemeine Fitness verbessern will oder sich für Selbstverteidigung interessiert.
Das Karatetraining selbst gliedert sich in drei Abschnitte. Da wäre zunächst die so genannte "Grundschule". Hier werden die Grundtechniken des Karate geübt. Entweder einzeln oder in Kombinationen, von der Schwierigkeit her dem jeweiligen Gürtelgrad angepasst.
Weiter dann das Training mit Partner, japanisch "Kumite". Hier werden die in der Grundschule erlernten Techniken in Kampfübungen mit dem Partner weiter trainiert und auch realistische Szenarien der Selbstverteidigung erarbeitet.
Als drittes die "Kata", das japanische Wort für Form. Die Kata ist eine Art Schattenkampf gegen imaginäre Gegner, mit einem festgelegten Bewegungsablauf. Im Shotokan-Karate gibt es insgesamt 27 Kata. Diese sind vom Schwierigkeitsgrad her den verschiedenen Gürtelstufen angepasst.
Im Training selbst zeigt sich einer der schönsten Aspekte des Karate: Es wird in der Gruppe trainiert, aber trotzdem kann sich jeder einzelne zugleich seine eigenen Ziele setzen und dadurch ein ganzes Stück weit individuell für sich trainieren. Dadurch wird Karate zur fast perfekten Mischung aus Einzel- und Mannschaftssport.
Der Charakter des Mannschaftsports wird auch durch zwei Wettkampfdisziplinen verdeutlicht. Im Wettbewerb "Kumite-Mannschaft" treten je 5 Kämpfer eines Vereins nacheinander gegen 5 Kämpfer eines anderen Vereins an. Das ist vergleichbar mit den Mannschaftskämpfen der Fechter. Im Wettbewerb "Kata-Mannschaft" treten gleichzeitig 3 Kämpfer eines Vereins an, die möglichst synchron die selbe Kata aufführen.
Karate bietet die hervorragende Möglichkeit zum körperlichen Ausgleich, aber auch zum leistungsorientierten Wettkampf. Das kann jeder für sich entscheiden. Auch kann jeder für sich entscheiden, ob er/sie Karate als reinen Sport betreiben möchte oder ob man sich mit der dahinter stehenden Philosophie befassen will.
Denn die geistige Tiefe des Karate-do ist immens und ermöglicht denjenigen die es möchten, ein jahrelanges Studium dieser fernöstlichen Philosophie. Es besteht nicht nur darin, dass unter anderem Selbstvertrauen, Konzentration, Geduld, Selbstdisziplin sowie gegenseitiger Respekt bewusst gemacht und gefördert werden. Dies sind "nur" die Wirkungen, die der Karateschüler schnell an sich erkennt und die ihm schon nach kurzer Zeit nicht nur beim Üben des Karate, sondern auch im Alltag weiterhelfen.
Darüber hinaus ermöglicht es Karate, am eigenen Charakter, an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten und sich selbst geistig stets weiter zu entwickeln. Kernpunkte dieser Philosophie sind Höflichkeit, Respekt, Vernunft und Bescheidenheit. Dies erscheint zunächst simpel, erweist sich aber in der täglichen und ständigen Übung und Umsetzung als große Herausforderung an das eigene Selbst.
Der "Weg der leeren Hand" bedeutet zunächst, dass der Karateka (Karatekämpfer) waffenlos ist. Das "Kara", das für leer steht, ist aber auch ein hoher ethischer Anspruch. Der Karateka soll sein Inneres von negativen Gedanken und Gefühlen, wie Selbstsucht oder Angst, befreien, um bei allem, was ihm begegnet, wachsam zu sein und angemessen handeln zu können.
Im täglichen Training und auch im Wettkampf wird dieser hohe Anspruch greifbar, denn es geht dem Karateka nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um die Entwicklung und Entfaltung seiner eigenen Persönlichkeit durch Selbsteinsicht, Selbstbeherrschung und Konzentration. Der Respekt vor dem Partner und auch dem Gegner steht an oberster Stelle.
Diese Geisteshaltung des Karateka kommt auch in den Leitbegriffen unseres Vereins zum Ausdruck:
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